Wegbegleiter

Wegbegleiter sind KünstlerInnen, MusikerInnen, Stimmbildnerinnen, AssistentInnen, InterimsdirigentInnen, Theaterleute, Fotografen  - einfach Profis, ohne die wir nie so großartige Konzerte hätten aufführen können.

Sie schreiben hier, was ihnen einfällt zu: "Denk ich an die Kantorei der Karlshöhe, dann..." und "Typisch Kantorei!"

Ulrike Bodamer
Bauer und Bodamer waren lange Jahre ein gut eingespieltes Team. Auch im Übergang zum Tobias Horn ist Ulrike Bodamer die Stimmbildnerin der Kantorei.

Mit Freude und Stolz erfüllt

Im Januar 1992 begann ich mit meiner Arbeit als Stimmbildnerin der Kantorei. Es folgten 13 erfüllte Jahre: intensiv, abenteuerlich, beglückend, überraschend, lehrreich, manchmal stressig, nie langweilig, menschlich und musikalisch bereichernd. Dass so unterschiedliche Charaktere, Stimmen und Begabungen im Konzert eine homogene Gruppe werden - wie mit einer Stimme singend - hat mich immer fasziniert, dass ich mit meiner Arbeit dazu beitragen konnte, mit Freude und auch Stolz erfüllt.

Frieder Grau
Ein Freund der Musik und der Kantorei: Frieder Grau, der ehemalige Direktor der Karlshöhe.

An den Probenabenden der Kantorei öffnen wir die Fenster

Zunächst einmal gratuliere ich der Kantorei der Karlshöhe von ganzem Herzen zu ihrem 50-jährigen Bestehen. Ein kleines Wunder!
Meine Frau und ich, wir erinnern uns gut: An den Probeabenden der Kantorei öffnen wir die Fenster unserer Wohnung im Mößnerweg 11 – hin zur Hochschule. Wir genießen die Musik. Wir verfolgen die Erarbeitung klassischer und moderner Werke. Wir nehmen wahr, dass in der Probe hart gearbeitet wird, dass diese Arbeit den Sängerinnen und Sängern aber (meist!) großen Spaß macht. Wir hören zwischendurch ein herzliches und fröhliches Lachen. Und wir freuen uns auf den nächsten Auftritt der Kantorei in einem Gottesdienst oder einem Konzert.

Meine zwei schönsten Erlebnisse mit der Karlshöher Kantorei waren zum einen das Feierabendmal anlässlich des Stuttgarter Kirchentags 2015 in der Karlshöher Diakoniekirche mit vielen, auch auswärtigen Gästen. Unter diesen befinden sich die Schirmherrin der Karlshöhe Eva Luise Köhler und der Präsident der Diakonie Deutschland Ullrich Lilie. Der Höhepunkt: Kantorei, Wohnheimchörle (Wohnheim für Menschen mit geistiger Behinderung) und Bodelsingers (Haus auf der Wart) singen gemeinsam neue Lieder. Kantor Tobias Horn hat alle Mitwirkenden zusammengeführt. Da verbünden sich in einem feierlich-fröhlichen Gottesdienst hohe Kultur und lebendige Diakonie. Das ist die Karlshöhe. Und das ist ihre Kantorei!
Zum anderen gehört das Mitwirken der Kantorei in den Gottesdiensten des Heiligen Abend in der Karlshöher Diakoniekirche zu den Höhepunkten im gottesdienstlichen Leben der Karlshöhe. Da ist die Kirche voll. Da feiert der ehemals Obdachlose in seinem besten Anzug gemeinsam mit dem künftigen Bundespräsidenten die Geburt Jesu. Da jauchzt und frohlockt eine Bewohnerin aus dem Wohnheim ganz anders und doch ebenso wie die Kantorei im Eingangschor des Weihnachtsoratoriums.
Zwischen dem Heiligen Abend 2015 und dem Erscheinungsfest 2016 singt die Kantorei in sechs Gottesdiensten die sechs Kantaten des Weihnachtsoratoriums. Da wird deutlich: Diese Kantaten gehören zuerst in den Gottesdienst und nicht in den Konzertsaal. Jede Kantate hat ein ganz eigenes Gepräge. Und dieses je eigene Gepräge verbindet sich zu einem großen Spannungsbogen der Freude über die Geburt des Kindes in der Krippe. Zwei der Gottesdienste finden in der Friedenskirche und Stadtkirche statt. Die Predigt wird auch von verschiedenen Gastpredigerinnen und -predigern aus Politik und Kultur gehalten. Wer von den Sängerinnen und Sängern es irgendwie einrichten konnte, war bei den meisten oder allen sechs Gottesdiensten dabei! Mehr noch: Die gemeinsame Freude am Mitwirken wuchs von Gottesdienst zu Gottesdienst.

Die Karlshöher Kantorei hat in den 50 Jahren ihres Bestehens viele Höhepunkte und Erfolge erlebt und schon manche Krisen und Konflikte durchgestanden. Zuletzt waren es diese coronabedingten massiven Einschränkungen, die das Proben und das Singen (fast) unmöglich machten. Aber es gibt sie noch, diese Kantorei – und wie! Möge die Kantorei der Karlshöhe mit neuer Freude in die nächsten 50 Jahre starten!

Kurz & Knapp

Dreckbollen an den Schuhen

Chorprobe mit Siegfried Bauer im November 1982, Karlshöhe, Kolleggebäude H3: Als junge Studentin singe ich zum ersten Mal beim Weihnachtsoratorium mit. Im Dritten Teil Nr. 26 kommt der Einsatz der Tenöre und Bässe: „Lasset uns nun gehen gen Bethlehem…“. Siegfried Bauer unterbricht sofort: „Ihr Männer, ihr kommt daher, als ob ihr Dreckbollen an den Schuhen hättet.“ Das sitzt. Bei jeder Aufführung des Weihnachtsoratoriums freue ich mich auf den leichtfüßigen Einsatz der Männer.

Beate Vogelgsang (geb. Kempter), Sopran, 1980 – 1983 und seit 2008

Erkennungsmerkmal

Immer mitnehmen! An ihm ist der Sänger, die Sängerin zu erkennen: Der Schal wird mindestens dreimal um den Hals gebunden, egal ob im Herbst, Winter oder Frühling. Er ist ja auch wirklich unentbehrlich in den oft wenig beheizten Kirchen.

Catherine Moll, Sopran 1992 – 2012, seitdem Alt

Singen weckt sämtliche Lebensgeister

Kantorei der Karlshöhe war für mich das Zauberwort über 25 Jahre hinweg. Ich konnte noch so müde sein – kaum war ich in der Chorprobe, kamen sämtliche Lebensgeister zurück und ich habe mit viel Freude und Herzblut gesungen. In all den Jahren habe ich drei Dirigenten erlebt, ein jeder genial in seiner Art, es gab unvergessliche Aufführungen und ich bin vielen wunderbaren Menschen begegnet.

Dankbar und beschenkt blicke ich auf diese Zeit zurück und wünsche der Kantorei der Karlshöhe mit ihrem Dirigenten Nikolai Ott, dass sie nach der Coronapause wieder mit Schwung beginnen kann. Ich freue mich schon auf die nächste Aufführung, die ich dann als Zuhörerin erleben und genießen darf.

Gerti Benner, Sopran 1995 - 2020

Wir Rampensäue

Das Lob dienstagabends nach den großen Konzerten ist obligatorisch, fällt in der Ära Tobias Horn in der Regel aber wenig überschwänglich aus. Bis auf ein Mal. Da lässt er die Sau raus. „Dein Chor“, so zitiert der Meister, kurz bevor er gleich wieder in die Tasten des Flügels haut, unseren heißgeliebten Tenor Andreas Weller, „dein Chor sind alles Rampensäue.“ Der Chef lacht glücklich. Und schaut in unzählbar viele entsetzte Gesichter. Rampensäue? Wir? Haben wir so entsetzlich gesungen? Das muss er erklären. Und wirklich, Horn übersetzt: Wenn es darauf ankommt, dann steht die Kantorei da wie eine Eins. Jeder einzelne von uns. Mehr Präsenz geht nicht. Mehr Lob auch nicht.

Gertrud Schubert, Sopran 1997

Große Aufregung

Die Matthäuspassion war mein erstes großes Werk mit der Karlshöher Kantorei. Ich werde nie die Aufregung und das Kribbeln vergessen, das diese Aufführung mit sich brachte.

Mirijam Bäßler, Sopran seit 2014

Hefezopf, mit und ohne Zibeben

In unserer bunten Chorgruppe gibt es einen gelernten Bäcker, der zu jeder Generalprobe für die Solisten und Instrumentalisten zwei mächtige Hefezöpfe kredenzt. Und weil Hermann Emmerling weiß, dass sich an den Rosinen die Geister scheiden, ist immer ein Zopf mit, der andere ohne Zibeben. So schmeckt er allen.

Christa Fröhlich, Sopran seit 2009

Singen macht glücklich und frei

Gemeinsame Proben, Konzerte eröffnen für mich immer wieder eine Dimension der Tiefe, Gelassenheit, Verbundenheit und Zuversicht. Singen mit der Kantorei macht glücklich und frei.

Elfie Peter-Lehmann, Sopran seit 2007

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