Wegbegleiter

Wegbegleiter sind KünstlerInnen, MusikerInnen, Stimmbildnerinnen, AssistentInnen, InterimsdirigentInnen, Theaterleute, Fotografen  - einfach Profis, ohne die wir nie so großartige Konzerte hätten aufführen können.

Sie schreiben hier, was ihnen einfällt zu: "Denk ich an die Kantorei der Karlshöhe, dann..." und "Typisch Kantorei!"

Christiane Drese (geb. Schmidt)
Mit Klangschalen machte Christiane Schmidt das Einsingen zu einem Moment der Aufmerksamkeit, den niemand verpassen wollte. Sie ist Kantorin an St. Georgen in Waren und Kreiskantorin der Müritz-Region.

Verwöhnt mit Zwiebelkuchen und Gugelhupf

Wie die Zeit vergeht! Vor zwanzig Jahren (2001) begann mein Assistenzjahr bei Landeskirchenmusikdirektor Siegfried Bauer: Ich durfte ein Kantorei-Jahr miterleben und mitgestalten. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium mit allen sechs Kantaten. Korrepetieren hoch und runter und Stimmgruppenproben waren für mich an der Tagesordnung.

Unvergessen ist die Chorreise auf die Krim zu Ostern 2001. “Khristos Voskrese” – Christ ist erstanden - war in meinem Russisch-Unterricht in der DDR nicht vorgekommen. Hier hörte man den Ruf überall. Ostereier damit verziert hole ich jedes Jahr wieder aus meiner Osterkiste. Ein wunderbares, fröhliches Bild hat sich mir außerdem eingeprägt: Nach einem Konzert brachten Menschen aus dem Publikum rote Tulpen auf die Bühne oder warfen sie zu uns herauf – so viel spontane Begeisterungsbekundungen hatte ich noch nie erlebt!

Etwas Besonderes gab es auch auf der Karlshöhe zu Ostern: Die Mesnerin besteckte die ganze Altarlänge mit Frühlingszweigen und schmückte sie mit unzähligen roten Ostereiern.

Mit Zwiebelkuchen, Federweißer und Gugelhupf haben mich die Kantoreimitglieder bekannt gemacht und verwöhnt. Einige Abschiedsgeschenke sind immer noch meine Wegbegleiter.

www.stgeorgen-waren.de

 

Eva Wenniges
Und plötzlich ging sie nach China. Die Mezzosopranistin Eva Wenniges war in der Ära Horn von 2012 bis 2015 Stimmbildnerin der Kantorei.

Freudiges Musizieren

Denke ich an die Kantorei der Karlshöhe, dann denke ich an über Jahre gewachsene Freundschaften unter den Chormitgliedern. Ich denke an gemeinsame Konzerte und die Intimität der Kirche der Karlshöhe, wo für alle Platz ist. Auch Freundlichkeit und Anteilnahme und eine herzliche Verabschiedung für mich im Jahr 2015 nach China kommen mir in den Sinn. Ein Chormitglied hat mich sogar in Shanghai besucht, wo wir gemeinsam in einem „Wohnzimmer-Restaurant“ gegessen haben. Mein schönstes  Erlebnis mit der Kantorei der Karlshöhe war die Chorfreizeit in Obermarchtal in Vorbereitung auf das Verdi-Requiem: herrliche Musik, motivierte Sängerinnen und Sänger und ein wunderschöner Ausklang des Abends bei guten Gesprächen und einem Glas Wein im Keller des Klosters. Und typisch für die Kantorei der Karlshöhe ist Zusammenhalt, freudiges Musizieren, gelebte Gemeinschaft, Glaube, füreinander Einstehen.

www.evawenniges.de

Friedemann Johannes Wieland
Er war Assistent von Siegfried Bauer, als die “Carmina burana” über die Bühne ging. Heute ist Friedemann Johannes Wieland Kantor am Ulmer Münster. Foto: Steffen Berschin

Eine sehr intensive Zeit

1996/1997 hatte ich für ein Jahr als „Kirchenmusiker im Praktikum“ das große Vergnügen die Kantorei der Karlshöhe musikalisch begleiten zu dürfen. Es war eine sehr intensive Zeit, in deren Mittelpunkt zahlreiche szenische Aufführungen der „Carmina burana“ standen, aber auch Haydns „Schöpfung“ und Kantatengottesdienste in der Karlshöher Kirche. Es war ein arbeitsintensives Jahr, in dem ich die Kantorei als hochmotiviert und leistungsfähig erlebt habe, die mir  als jungem Kirchenmusiker wohlwollend und aufgeschlossen begegnete und bereit war, mit ihrem „Chef“ Siegfried Bauer durch dick und dünn zu gehen.
Sehr gerne denke ich an diese Zeit zurück.

www.ulmer-muenster.de

Petra Labitzke
Sie singt als Mädchen in der Kantorei, Siegfried Bauer entdeckt ihr musikalisches Potenzial. Unzählige Male übernimmt  die Sopranistin Petra Labitzke den Solopart in Konzerten und Musiktheateraufführungen “ihrer” Kantorei.

Danke euch allen

Als ich 14 war, nahm Papa mich mit zum Konzert der Kantorei in die Friedenskirche. Bachs h-moll-Messe. Puh, ganz schön lang, das war ich von den Duran Duran und Madonna-Liedern nicht so gewöhnt. Aber singen konnte ich gut, also: mit zur ersten Chorprobe mit der Kantorei und Siegfried Bauer!

Und dann kamen sie schnell, die dramatisch-emotionalen Achterbahnfahrten, derer ich noch viele in meinem Sängerleben durchleben sollte: „Waaaaas? Ich darf nicht im ‚Wohin-Chor’ mitsingen?“ 15 Jahre, Tränen. „Waaaas? Ich darf den ‚Knaben’ im ‚Elias’ singen?“ Herz-Salto mit 16. Duran Duran verstaubte. Meine neuen Stars waren die Neundorfs und Tenor Andreas Wagner. Die Fotos, die mein armer Papa bei den Proben machen musste, hab’ ich noch!

Und dann ging’s schnell: Kantatengottesdienste, Mozarts Requiem im Forum, als Solistin, mit grade mal 19! Blut geleckt! Unterricht bei Rosina Ragg und Bruce Abel: Studium. Karriere. Ohne Siegfried Bauers Vertrauen in mich, die Chancen, die er mir so früh gab, und das Aufwachsen in dieser wunderbaren musikalischen Welt, wäre ich bestimmt nicht auf die Idee gekommen, Sängerin zu werden! Und dass es mit Tobias Horn dann nahtlos für mich weiterging als Solistin bei meiner Kantorei, war ein Segen: große anspruchsvolle Partien als Solistin, mit „meinem“ Chor im Rücken, da konnte nichts schiefgehen!

In tiefer Verbundenheit: DANKE EUCH ALLEN!

www.singkidz.de www.petra-labitzke.de

Thomas Scharr
Der Bariton Thomas Scharr war viele Male Solist in Konzerten der Kantorei der Karlshöhe.

Homogener Chorklang

Ich erinnere mich noch an mein erstes Konzert mit der Kantorei. Zur Aufführung kam die Messe in Es-Dur von Franz Schubert unter der Leitung von Professor Siegfried Bauer im November 1997. Es folgten mehrere Zusammentreffen bei denn Jahresfesten auf der Karlshöhe mit festlichen Bachkantaten, bei Aufführungen von Bachs Weihnachtsoratorium in den Gottesdiensten und auch der Matthäuspassion von Bach unter der Leitung von Tobias Horn. Die Kantorei beeindruckte immer mit einem homogenen Chorklang hoher musikalischer Ausdruckskraft.

www.thomasscharr.de

 

Kurz & Knapp

Dreckbollen an den Schuhen

Chorprobe mit Siegfried Bauer im November 1982, Karlshöhe, Kolleggebäude H3: Als junge Studentin singe ich zum ersten Mal beim Weihnachtsoratorium mit. Im Dritten Teil Nr. 26 kommt der Einsatz der Tenöre und Bässe: „Lasset uns nun gehen gen Bethlehem…“. Siegfried Bauer unterbricht sofort: „Ihr Männer, ihr kommt daher, als ob ihr Dreckbollen an den Schuhen hättet.“ Das sitzt. Bei jeder Aufführung des Weihnachtsoratoriums freue ich mich auf den leichtfüßigen Einsatz der Männer.

Beate Vogelgsang (geb. Kempter), Sopran, 1980 – 1983 und seit 2008

Erkennungsmerkmal

Immer mitnehmen! An ihm ist der Sänger, die Sängerin zu erkennen: Der Schal wird mindestens dreimal um den Hals gebunden, egal ob im Herbst, Winter oder Frühling. Er ist ja auch wirklich unentbehrlich in den oft wenig beheizten Kirchen.

Catherine Moll, Sopran 1992 – 2012, seitdem Alt

Singen weckt sämtliche Lebensgeister

Kantorei der Karlshöhe war für mich das Zauberwort über 25 Jahre hinweg. Ich konnte noch so müde sein – kaum war ich in der Chorprobe, kamen sämtliche Lebensgeister zurück und ich habe mit viel Freude und Herzblut gesungen. In all den Jahren habe ich drei Dirigenten erlebt, ein jeder genial in seiner Art, es gab unvergessliche Aufführungen und ich bin vielen wunderbaren Menschen begegnet.

Dankbar und beschenkt blicke ich auf diese Zeit zurück und wünsche der Kantorei der Karlshöhe mit ihrem Dirigenten Nikolai Ott, dass sie nach der Coronapause wieder mit Schwung beginnen kann. Ich freue mich schon auf die nächste Aufführung, die ich dann als Zuhörerin erleben und genießen darf.

Gerti Benner, Sopran 1995 - 2020

Wir Rampensäue

Das Lob dienstagabends nach den großen Konzerten ist obligatorisch, fällt in der Ära Tobias Horn in der Regel aber wenig überschwänglich aus. Bis auf ein Mal. Da lässt er die Sau raus. „Dein Chor“, so zitiert der Meister, kurz bevor er gleich wieder in die Tasten des Flügels haut, unseren heißgeliebten Tenor Andreas Weller, „dein Chor sind alles Rampensäue.“ Der Chef lacht glücklich. Und schaut in unzählbar viele entsetzte Gesichter. Rampensäue? Wir? Haben wir so entsetzlich gesungen? Das muss er erklären. Und wirklich, Horn übersetzt: Wenn es darauf ankommt, dann steht die Kantorei da wie eine Eins. Jeder einzelne von uns. Mehr Präsenz geht nicht. Mehr Lob auch nicht.

Gertrud Schubert, Sopran 1997

Große Aufregung

Die Matthäuspassion war mein erstes großes Werk mit der Karlshöher Kantorei. Ich werde nie die Aufregung und das Kribbeln vergessen, das diese Aufführung mit sich brachte.

Mirijam Bäßler, Sopran seit 2014

Hefezopf, mit und ohne Zibeben

In unserer bunten Chorgruppe gibt es einen gelernten Bäcker, der zu jeder Generalprobe für die Solisten und Instrumentalisten zwei mächtige Hefezöpfe kredenzt. Und weil Hermann Emmerling weiß, dass sich an den Rosinen die Geister scheiden, ist immer ein Zopf mit, der andere ohne Zibeben. So schmeckt er allen.

Christa Fröhlich, Sopran seit 2009

Singen macht glücklich und frei

Gemeinsame Proben, Konzerte eröffnen für mich immer wieder eine Dimension der Tiefe, Gelassenheit, Verbundenheit und Zuversicht. Singen mit der Kantorei macht glücklich und frei.

Elfie Peter-Lehmann, Sopran seit 2007

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